| Wie kann man eigentlich die Masse eines Atoms ermitteln?
Nun, dazu gibt es mehrere Verfahren, von denen hier zwei
verschiedene vorgestellt werden sollen.
Verfahren 1
Aus der Physik ist vielleicht schon bekannt, dass sich
mit Hilfe des elektrischen Stroms Metalle an einer Elektrode abscheiden
lassen. Diesen Vorgang nutzt man z.B., um Gegenstände zu versilbern
oder zu vergolden. Die Silberteilchen, die sich in der Lösung befinden,
sind positiv geladen (es handelt sich also nicht um Silberatome, sondern
um Silberionen) und werden vom Minuspol angezogen.
Je negativer der Minuspol ist, desto mehr Silberionen
werden pro Zeit- und Flächeneinheit von ihm angezogen.
Was passiert eigentlich mit den Silberionen, wenn sie
am Minuspol angekommen sind?
Sie nehmen ein Elektron aus dem Minuspol auf und werden
dadurch zu elektrisch neutralen Silberatomen. Je mehr Silberionen sich
in Silberatome verwandeln, desto dicker wird mit der Zeit die Silberschicht
an der negativen Elektrode.
Und was hat das ganze bitte schön mit der Atommasse
zu tun?
Ganz einfach. Physiker können nämlich berechnen,
wieviele Elektronen eine solche Elektode pro Sekunde abgibt. Das hängt
irgendwie mit der Stromstärke zusammen: je höher die Stromstärke,
desto mehr Elektronen fließen pro Sekunde.
Wenn man also die Stromstärke so einstellt, dass
pro Sekunde und Elektrode eine bestimmte Zahl X Elektronen fließt,
so weiß man gleichzeitig, dass sich pro Sekunde X Silberionen in
Silberatome umwandeln. Wenn man den Versuch jetzt 10 Minuten laufen lässt,
so haben sich am Minuspol 10 * 60 * X Silberatome gebildet.
Man muss jetzt "nur noch" das entstandene Silber
wiegen. Intelligente Physiker haben natürlich die Elektrode bereits
vor dem Versuch gewogen und können jetzt leicht die Massenzunahme
ermitteln. Weniger intelligente Physiker kratzen das Silber jetzt von
der Elektrode ab und wiegen den grau aussehenden feuchten Schleim.
Angenommen, in diesen 10 Minuten ist die Elektrode Y
Gramm schwerer geworden, so kann man jetzt die Masse von 1 Silberatom
ausrechnen:
m(Ag-Atom) = Y / (10 * 60 * X)
Tolles Verfahren, nicht wahr?
Verfahren 2
Nun kommen wir zum zweiten Verfahren. Ich werde mich
hier recht kurz fassen, weil dieses Verfahren in jedem besseren Schulbuch
ausführlich besprochen ist. Ich meine die Massenspektroskopie.
Dazu macht man das zu analysierende Element gasförmig,
damit man die Atome besser durch ein elektromagnetisches Feld pusten kann.
Bevor die Atome aber durch dieses Feld gepustet werden, muss man sie elektrisch
aufladen, positiv oder negativ, das ist dabei egal.
Die gasförmigen und aufgeladenen Atome fliegen jetzt
mit hoher Geschwindigkeit durch dieses elektromagnetische Feld. Dabei
werden die positiven Ionen (Ion = geladenes Atom) vom Minuspol angezogen,
und die negativen Ionen vom Pluspol.
Und jetzt kommt's: schwere Atome werden nicht so leicht
von ihrem Weg abgelenkt wie leichte Atome. Man muss also nur irgendwie
feststellen, wie stark ein positives Ion vom Minuspol abgelenkt wurde,
und schon kann man die Atommasse ausrechnen.
Nähere Einzelheiten siehe entsprechende Schulbücher.
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